Die Kampagne zu den UN-Milleniumzielen
Millennium Entwicklungsziele 2015
Die Vereinten Nationen haben mit den Millennium-Entwicklungszielen ein Handlungsprogramm beschlossen, dessen erfolgreiche Umsetzung messbar ist. Zu den acht Zielen wurden jeweils Teilziele formuliert, deren Erreichen von dem UN-Millenniumprojekt begleitet und beraten wird.
1. Entwicklungsziel:
Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
Als extrem arm gilt, wer weniger als den Gegenwert eines US-Dollars pro Tag zum
(über-)Leben zur Verfügung hat. Wir wissen: Das ist zum Leben eigentlich zu wenig. Wer so extrem arm lebt, hat meist auch keine Chance auf Bildung oder Gesundheitsfürsorge. Die Infrastruktur in armen Gegenden wird kaum ausgebaut. Vor allem ist die Teilhabe am öffentlichen Leben bei Menschen, die ständig ums überleben kämpfen, oft nicht erwünscht oder gar nicht möglich. Diese immaterielle Armut verringert Lebenschancen oft ebenso einschneidend wie die materielle. Beides kann man nicht trennen. Ziel eins will die messbare Armut verringern und damit den Weg frei machen, die immaterielle Armut abzubauen und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
2. Entwicklungsziel
Bereitstellung der Grundschulbildung für alle Kinder
Bildung ist ein Schlüssel für eine gerechtere Welt. Wer lesen, schreiben und rechnen kann, wer sich informieren kann, wer Wissen hat, ist weniger auf andere angewiesen und weniger anfällig für Ausbeutung. Menschen mit Schulausbildung können Gelegenheiten nutzen, sich selbst aus der Armut zu befreien. Primarschulbildung für alle Jungen und Mädchen ist eine Voraussetzung für den Start in eine bessere Zukunft.
3. Entwicklungsziel
Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
Frauen sind in vielen Ländern Trägerinnen der Entwicklung. Darum sind Bildung, Ausbildung und Aufklärung für sie besonders wichtig. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und ermutigt sie, eigene Entscheidungen zu treffen. Frauen mit Bildung bekommen Studien zufolge später und bewusster Kinder. Sie können ihre Kinder besser erziehen und mehr Geld erwirtschaften, um ihre Familien zu ernähren: ihr Beitrag ist entscheidend für die Bekämpfung der Armut.
4. Entwicklungsziel
Senkung der Kindersterblichkeit
Extreme Armut trifft vor allem Kinder, die Verletzlichsten und Wehrlosen. In armen Ländern sterben hundert (in reichen Ländern: sieben) von tausend Kindern, bevor sie fünf Jahre alt werden. Die Todesursache sind oft vermeidbare Krankheiten, die durch verseuchtes Wasser und mangelnde Hygiene oder unsichere Lebensbedingungen hervorgerufen werden.
5. Entwicklungsziel
Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter
In den Entwicklungsländern sterben zwei von hundert Frauen bei der Geburt eines Kindes, in extrem armen Ländern ist die Zahl sogar noch höher. Eine Ursache dafür ist, dass Frauen oft sehr früh (12-14 Jahre) verheiratet werden und eine Schwangerschaft in diesem Alter sehr risikoreich ist. Hinzu kommt vor allem aber auch meist noch ein ungenügender Zugang zu Gesundheitsdiensten.
6. Entwicklungsziel
Erfolgreiche Bekämpfung schwerer Krankheiten
Malaria, Tuberkulose, AIDS und andere schwere Krankheiten gehören in Entwicklungsländern zu den häufigsten Todesursachen. Und das, obwohl die Ausbreitung dieser Krankheiten mit guten Erfolgsaussichten behandelt oder mit relativ einfachen Mitteln eingedämmt werden können.
Bei ihrer Bekämpfung muss auf zwei Ebenen angesetzt werden: Die Ausbreitung muss durch geeignete Mittel (Aufklärung, umweltverträgliche Bekämpfung von krankheitsübertragenden Wirten wie Insekten, Isolierung bei ansteckenden Krankheiten) gestoppt und der Zugang zu Medikamenten für alle Betroffenen ermöglicht werden.
7. Entwicklungsziel
Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Wenn es ums nackte Überleben oder einen schnellen wirtschaftlichen Erfolg geht, scheint kurzfristig das Thema „Umwelt“ nur zu stören. Die Erfahrungen der Industrieländer mit Umweltproblemen wie schmutzigem Trinkwasser oder belasteten Böden zeigen allerdings: Verantwortliche Politik muss in dem Bewusstsein handeln, dass ohne den Schutz der natürlichen Ressourcen, moderne technische Möglichkeiten und das Wissen um natürliche Zusammenhänge mittel- und langfristig kein menschenwürdiges Leben auf der Erde möglich ist. Nur ökologische Nachhaltigkeit beim Kampf gegen die Armut kann letztlich zum Erfolg führen.
8. Entwicklungsziel
Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft
Das Ziel 8 spricht die Verantwortung der Industrieländer für den „global deal“ der Armutsbekämpfung an. Globale Entwicklungspartnerschaft schließt die meisten Teilziele ein; ein Beispiel ist der verbesserte Zugang zu erschwinglichen Medikamenten gegen AIDS. Insgesamt jedoch ist die erfolgreiche Umsetzung dieses Ziels schwer zu messen. Gerade in den reichen Ländern ist darum die Lobbyarbeit der Bevölkerung entscheidend, um das 8. Entwicklungsziel zu erreichen. Nur sie hält die Regierungen dazu an, ihre Versprechungen nicht durch Alibi-Maßnahmen und -Projekte zu verwässern, sondern ihre wirtschaftliche und politische Macht zum Vorteil aller Bewohner und Bewohnerinnen der Erde einzusetzen.
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